Historie

1900 Am 26. November 1900  trafen sich im Hotel „Zum Kronprinz“ (heute steht dort die „Deutsche Bank“) 42 HWGeigentümer. Es waren Handwerksmeister, Händler, Ackerbürger und wenig Beamte. Eines der „brennenden Probleme“ war der Feuerschutz. Gleichgültigkeit in den Haushalten führte oft zu Bränden. Durch das gerade aufgelegte Bürgerliche Gesetzbuch wurden die Rechte der Vermieter eingeschränkt und die der Mieter erhöht. Die Grundstückswerte waren um die Jahrhundertwende stark zurückgegangen. Die Erwerbsverhältnisse waren schwierig. Vorsitzender des 12 Herren umfassenden Vorstands wurde der Rentier August Multhauf. Bis zum Jahre 1907 stieg die Mitgliederzahl auf 151. Der Verein machte Vorschläge zum Bürgervorsteherwahl.

1908 In diesem Jahre wurde Adolf Wilkening zum 1. Vorsitzenden gewählt. Themen waren das schlechte Verhältnis zwischen den Bürgervorstehern und dem hauptamtlichen Bürgermeister, das zwangsweise Anbringen von Dachrinnen, das Zuführen von Abwässern in die Gossen der Straßen, die Einrichtung einer Tierkörperverwertungsanstalt (Seidel) und bessere Bahn- und Postverbindungen.

1914 Beginn des 1. Weltkrieges. Notleidenden Ostpreußen wurden 100 Reichsmark überwiesen. Das Harzkornmagazin (heute Rathaus) wurde von der Stadt angekauft. Durch die Abwesenheit vieler Männer bedingt, wurden bis 1917 keine Neuwahlen zum Vorstand durchgeführt. Zum wiederholten Male gab es Differenzen mit der Stadt wegen der Reiheholzberechtigung. 300 Mitglieder des Vereins waren davon betroffen. 1918 stellte der Verein den Verkauf vieler Grundstücke unter ihrem Wert fest.

1924 Zu den Gemeindewahlen 1924 stellte der Verein eine eigene Wahlliste unter dem Namen Wirtschaftliche Vereinigung auf. Sie besetzte  9 Sitze im Stadtparlament. Die Unabhängigen bekamen 5 Sitze und die SPD 4 Sitze. Wegen Unregelmäßigkeiten in der Wahl wurde diese für ungültig erklärt. Der ganz große Sieger dieser Wahl war die Wirtschaftliche Vereinigung mit 11 von 18 Ratssitzen. Der Mitgliederbestand stieg stetig. Adolf Wilkening musste wegen Eigenmächtigkeiten den Vorstand verlassen. Am 19.Februar 1926 wurde Dr. Willam Espe zum Vorsitzenden gewählt. Der Kampf des Vereins galt den massiven Steuererhöhungen. Die Jahre bis 1932 wurden vom Kampf gegen Abgaben und Steuern gekennzeichnet.

1933 Am 25. November 1933 wurde die „Gleichschaltung“ des Vereins bekannt gegeben. Die Satzung wurde nach dem „Führerprinzip“ geändert.  1937 wurde der Verein Mitglied des Reichsbundes der HWGbesitzer. Der Berliner Mustersatzung wurde lediglich im Vereinsnamen Osterode „und Freiheit“ hinzugefügt. Ab 1938 gibt es keine Aufzeichnungen mehr.

1947 wurde das erste Protokoll am 8. Oktober geschrieben. Themen waren der Mieterschutz und Wohnungsrecht, Mietpreisstop, Lastenausgleich , Hypothekengewinnabgabe, Soforthilfegesetz und die neu eingeführte Wohnraumsteuer.

Das 50. Jubiläum im Jahre 1950 wurde von Themen wie Soforthilfe, Lastenausgleich, Flüchtlingsproblem, Überbelegungen von Wohnungen, Wohnungszwangswirtschaft Enteignungen, Umschuldungen, Mietpreisfestsetzungen und die schwierige Lage des Hausbesitzes geprägt. In diesem Jahre wurde eine gut frequentierte Geschäftsstelle im Gasthaus „Zur Schweiz“ eröffnet.  Themen in den kommenden Jahren sind die Umstellung von Grundschulden und die Verzögerung von Erleichterungen durch besitz- und eigentumsfeindliche Kreise und Politiker.

1965 tritt Dr. Espe aus Altersgründen zurück. Fritz Hüsing wird Vorsitzender und ab 1971 Gerhard Biermann. Das Interesse der Mitglieder lässt nach. Die Mitgliederzahlen gehen stark zurück Der Landesverband hat Zweifel am Weiterbestand des Osteroder Vereins.

1975 hatte der Verein noch 174 Mitglieder. In der Hauptversammlung wurde Friedel Dunemann als Vorsitzender gewählt. Hans Richter wurde stellvertretender Vorsitzender. Von dieser Wahl an geht es mit dem Verein sprunghaft aufwärts. 1981 waren es 555 Mitglieder. 1986 wurde dem Verein der Bundespreis für die beste Öffentlichkeitsarbeit verliehen. 1992 wurde durch die Initiative des Vereins die „grüne Stinktonne“ für Osterode verhindert. Die Beratungen für die Mitglieder werden immer besser genutzt. Nach der Neujahrsnacht 1998, als durch Feuerwerkskörper zwei Häuser brannten, führte auf Drängen des Vereins zum Verbot des Abbrennens von Feuerwerk in der Innenstadt. Probleme gab es mit dem Denkmalsschutz. Nach dem Tod von Friedel Dunemann wurde Hans Richter 1985 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ihm folgte nach seinem Rücktritt aus Altersgründen Fred-Rainer Dunemann.

2010 ist der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Osterode und Umgebung e.V. gefestigt. Er hat in den letzten Jahren trotz leichter Rückgänge konstant über 830 Mitglieder. Die Beratung der Mitglieder ist gesichert. Das Vereins-Mitteilungsblatt erreicht im Jahre 2010 seine 138. Ausgabe.